Rasseporträt Neva Masquerade

Mit ihren leicht schräg gestellten blauen Augen und ihrem glänzenden, halblangen Fell gehört die Newskaja Maskaradnaja, auch Neva Masquerade oder Siberian Point genannt, zu den attraktivsten Katzenrassen überhaupt.

Die liebenswerte und gesellige Katze wird von manchen auch als "lebende Biotonne" bezeichnet. Sie kommen nur schwerlich an einem verführerischen Leckerbissen vorbei, das können ein Stückchen Käse, Yoghurt, Eigelb, gedünstetes Gemüse oder sogar ein Toast vom Frühstückstisch sein.

Herkunft
Der Streit über die Herkunft der Neva Masquerade tobt schon seit Jahren auf internationaler Ebene. Angeblich gab es schon vor zweihundert Jahren Darstellungen von halblanghaarigen Maskenkatzen in der Gegend rund um den Newa- Fluss, worauf sich auch der Name der Rasse bezieht.
Andere behaupten, die Neva Masquerade sei überhaupt keine eigene Rasse, sondern aus Verpaarungen von Sibirischen Waldkatzen und Thaikatzen oder Balinesen entstanden. Durch diese Fremdeinkreuzungen - ob durch Züchter oder freilebende Katzen - gibt es bei den Sibiriern als einziger Waldkatzenrasse eine Pointvariante - die Neva Masquerade.
In Russland ist diese Rasse seit fast 15 Jahren offiziell anerkannt und der Sankt Petersburger Verein namens "Kotofeij" führt detaillierte Zuchtbücher und widmet sich der Zucht der einheimischen Maskenkatzen. Da Nevas nach dem Standard der Sibirischen Katze gezüchtet werden und sich nur in der Farbe von diesen unterscheiden, werden sie in Deutschland und Russland auch mit Sibiriern verpaart. So können auch Neva- Babys aus der Verpaarung von zwei Sibiriern entstehen, wenn beide Träger des Pointgens sind. In einem Wurf kann es also sowohl Nevas und als auch Sibirier geben.

Farben
Wie schon erwähnt unterscheiden sich Sibirische Katzen und Neva Masquerade nur in der Farbe. Wie alle Maskenkatzen werden sie weiß geboren und in den ersten Lebenswochen bildet sich die Farbe an den kühleren Körperteilen (Schwanz, Beine, Ohren, Pfoten, Gesicht) der Katze. Die blauen Augen können laut Standard auch etwas heller, dafür aber einheitlich in der Färbung sein - ein möglichst dunkles Blau wird jedoch bevorzugt.
Die Neva Masquerade gibt es in den Varianten Colourpoint, Mitted und Bicolour. Der Standard gestattet die Farben seal, blue, red, cream und tortie/ torbie (seal-red oder blue-cream mit und ohne Tabbyzeichnung). Die Farben Chocolate und Cinnamon sowie deren Verdünnung (Lilac und Fawn) sind bei der Neva Masquerade in allen Kombinationen nicht anerkannt, da sie auf unzulässige Rassekreuzungen zurückzuführen sind. Alle anerkannten Farben gibt es auch als Tabby mit und ohne Weiß bzw. mit und ohne Silber.

Gesellige Katze
Nicht nur ihr wunderschönes Aussehen, sondern auch ihr anhängliches, liebevolles und freundliches Wesen fasziniert jeden Katzenfreund. Nevas sind bekannt für ihre sanfte, angenehme Stimme, die sie auch gern und oft einsetzen.
Nevas sind Familienkatzen - sie möchten immer "mittendrin" sein und vertragen Einsamkeit überhaupt nicht, Streicheleinheiten sind für die verschmuste Maskenkatze ganz wichtig. Sie würde verkümmern, wenn sie von ihrer Familie nicht genügend Aufmerksamkeit bekommt. Viele Züchter geben ihre kleinen Nevas auch gar nicht in Einzelhaltung ab, besonders dann nicht, wenn die Familie den ganzen Tag außer Haus ist.
Zu Kindern können sich tiefe Freundschaften entwickeln, wenn diese entsprechend auf ihre vierbeinigen Freunde eingehen. Auch mit Hunden können sie sich arrangieren, wenn sie von klein auf daran gewöhnt werden und keine schlechten Erfahrungen gemacht haben.

Kletterkünstler
Nevas sind ideale Wohnungskatzen, die auch ohne Freilauf zufrieden sein können, wenn sie nicht daran gewöhnt sind. Eine Neva ohne abwechslungsreichen Kratz- und Kletterbaum ist jedoch undenkbar. Nevas sind Kletterkünstler, die zu erstaunlichen Kletterpartien in der Lage sind. Bei ihrem ausgeprägten Bewegungsdrang sollte man sich für ein standhaftes Modell entscheiden.

Fellpflege
Das Deckhaar fungiert als natürlicher Witterungsschutz: Am Hals, vor der Brust, an den Hosen und am Schwanz ist es länger, im Schulter- und Nackenbereich ist es kurz; am Rücken dicht, fest und glänzend. Der Fellwechsel ist sehr intensiv, da die Katzen an Wintertemperaturen unter -20 Grad Celsius angepasst sind und sich in der kalten Jahreszeit eine dichte, feine Unterwolle zulegen.
Als natürlich entstandene Katzenrasse erledigen die Nevas die Fellpflege ganz allein und auch das beeindruckende Winterfell benötigt nur wenig menschliche Hilfe. Es reicht völlig aus, das Fell ein- bis zweimal pro Woche gründlich durchzubürsten und das Fell nach möglichen Knötchen abzusuchen. Wenn sie ihr Winterfell abwerfen, sollte man sie etwas mehr unterstützen, denn lose Haare sind in der Bürste besser aufgehoben als im Katzenmagen oder auf dem Sofa.
Für Ausflüge in den Schnee sind Nevas bestens gerüstet: zwischen den Zehen haben sie "Schneeschuhe", das sind Fellbüschel, die sie vor dem tiefen Einsinken schützen.

Der Standard
Das züchterische Bemühen zielt immer noch auf eine Vereinheitlichung des Typs dieser wenig verbreiteten Rasse. Wenn Sie sich ein Neva- Kätzchen kaufen möchten, sehen Sie sich die Eltern an, ob sie Fehler wie quadratischer, zierlicher Körper, zu weiches Fell mit perserähnlicher Struktur, Schielen, zu kurzer Schwanz oder schmale Beine und Pfoten haben.
Wenn Sie ein Liebhabertier möchten und nicht züchten wollen, kann das "Traumkätzchen" natürlich kleinere Fehler aufweisen (die ohnehin meist nur von Experten gesehen werden). Das macht sie nicht weniger liebenswert und das Wichtigste ist, dass Sie "Ihre" Katze finden. Dazu besuchen Sie am Besten mehrere Züchter und kaufen sie dort, wo Sie ein gutes Gefühl haben, denn Sie entscheiden sich für einen Lebensgefährten, der Sie für ca. 15 Jahre begleiten wird.

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