| Echte Naturburschen kommen aus der Wildnis. Und fühlen sich dort auch rundum wohl. So hat sich auch in den - zumindest vor den rabiaten Raubbau-Zeiten der Holzindustrie - beinahe unendlichen Weiten der nordrussischen Nadelwälder auf ganz natürliche Weise eine Rasse entwickelt, die auch heute noch fähig ist, sich in der nicht immer lebensfreundlichen Natur selbstständig zu behaupten. Denn als ebenso exzellente und flinke wie auch kälteresistente Mäuse- und Hasenfänger können sich Sibirische Katzen, die "kleinen Tiger der Taiga", in Freiheit durchaus selbst ernähren. Vögel und kleine Säugetiere, größenmäßig zwischen Maus und Hase liegend, stehen dabei bevorzugt auf ihrem Speiseplan. In Wäldern ist mit diesem Nahrungsspektrum der Tisch auch stets reichlich für sie gedeckt. Als Wohnungskatzen hingegen sollten sie, die sich ansonsten mit anderen tierischen Partnern prächtig verstehen, aber nicht unbedingt zusammen mit Tieren gehalten werden, die in ihr Beuteschema passen... | |
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Sibirische Katzen waren - und sind es auch heute noch - in ihrer kalten Heimat Russland als Hauskatzen sehr beliebt. Und nicht nur in der gesamten Sowjetunion, sondern auch in den anderen Ländern des kommunistischen Ostblocks war sie die Hauskatze schlechthin. Als einzige Waldkatze, die es auch als Pointkatze , also mit Maskenzeichnung, gibt, ist sie auch wirklich etwas ganz Besonderes. Diese Farbvariante, bekannt als Neva Masquerade, trägt einheitliche Farbabzeichen im Gesicht, an den Ohren, Beinen, Pfoten und am Schwanz. Während die Augenfarbe bei ihr immer blau ist, variiert sie bei der Sibirischen Katze zwischen grün, gelb und bernsteinfarben. Die Sibirskaja Koschka, wie die Sibirische Katze in der Sprache ihres Heimatlandes Russland genannt wird, hatte anfänglich mit großen Widerständen zu kämpfen, als sie Ende der 1980-er Jahre im westlichen Europa einen Platz in der Katzenszene beanspruchen wollte. |
| Der Naturbursche aus dem Osten Einige Züchter der anderen großen Waldkatzenrassen, wie der Maine Coon und der Norwegischen Waldkatze, der Türkisch Van und der Türkisch Angora fühlten sich nämlich ein wenig bedroht von dem Immigranten aus Russland, der da so plötzlich und unerwartet aus der Kälte zu uns kam. Doch die anfänglichen Ressentiments gegen die "neue" Waldkatzenart legten sich schnell, und die Sibirische Katze konnte sich in ihrer Nische, von der aus sie die anderen Waldkatzenarten ohne Konkurrenzansprüche harmonisch bereichern, gut etablieren. In den Gebieten der ehemaligen DDR wurde die urtümliche Rasse aus Russland übrigens schon länger gezüchtet als in Westdeutschland. Unter dem Namen "Sibirische Waldkatze" war sie unter Katzenhaltern ebenso wenig wegzudenken wie der Trabi auf ihren Straßen. Da das Wort "Wald" jedoch im russischen Originalnamen nicht vorkommt, wurde es aus der Übersetzung bald gestrichen. Nicht zuletzt auch aus Gründen der besseren Unterscheidbarkeit gegenüber der Norwegischen Waldkatze, der sie, ebenso Semilanghaar-Rasse wie diese, im Aussehen stark ähnlich sieht. Als Vorfahr der Sibirischen Katze wird die legendäre rote Tobolsker Katze aus Sibirien angesehen, die bereits 1925 in Brehms Tierleben Erwähnung fand. Das 1987 aus dem damaligen Leningrad (dem heutigen St. Petersburg) nach Köln importierte Katzenpärchen hatte die gleiche Farbe wie das Pärchen Tobolsker Katzen aus Sibirien, das 1895 im Zoologischen Garten zu Dresden zu bewundern war. In Westdeutschland wurde die Zucht mit Tieren aufgebaut, die 1988 und 1989 von Züchtern aus der damaligen DDR und CSSR in den Westen kamen. Auf Ausstellungen im In- und Ausland wurde die Rasse dann einem größeren Publikum vorgestellt und national und international bekannt gemacht. Aber mit steigendem Bekanntheitsgrad wachsen nicht selten auch die Gefahren, die einer bei uns noch relativ jungen Rasse drohen. So ist vor allem die Einkreuzung von Fremdrassen ein ernst zu nehmendes Problem. Denn die Gefahr, dass auf diese Weise erbliche Erkrankungen in eine bisher weitestgehend gesunde Rasse eingehen könnten, die bisher bei ihr noch nicht vorgekommen sind, ist alles andere als unbedeutend. |
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Die Sibirische Katze - eine (noch) gesunde Rasse Zumindest bei der WCF, der World Cat Federation, müssen derartige Einkreuzungen fremder Rassen von der Richterkommission genehmigt werden - und zwar bei allen Naturrassen wie Maine Coon, Norwegische Waldkatze, Türkisch Van und Angora sowie Sibirische Katze einschließlich Neva Masquerade. Ein richtungsweisender Schritt für den Erhalt einer Naturrasse, die nicht durch Fremdverpaarungen geschädigt werden sollte. Denn die Katze, die einerseits als perfekter Jäger und großartiger Springer, andererseits als anhänglicher, verschmuster, intelligenter und liebenswürdiger Wohnungsgenosse ihre Fans entzückt, bezaubert durch eine Vielzahl weiterer Qualitäten. Sie ist sehr verspielt, lebendig und temperamentvoll, zuweilen "redet" sie sogar mit ihrem Menschen. Und ihr glänzendes, nicht verfilzendes Haar ist leicht zu pflegen: Die Katze reinigt es einfach selbst. |